Clean-Code-Initiative bei Sybit, ein Interview mit Roland Mast

Seit Februar läuft bei Sybit eine Clean-Code-Initiative. Es werden monatlich Workshops abgehalten. Ungefähr zwei Drittel unserer Java-Entwickler haben sich dieser Intitiative angeschlossen. Jetzt ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Ich habe daher unseren Software-Architekten und Scrum-Master Roland (links im Bild) interviewt. Wie man auf dem Bild sieht, hatten wir beide viel Spaß dabei.

Fritz:Roland, was hat dich bewegt, an der Clean-Code-Initiative mitzumachen?

Roland:Ich habe mich schon länger mit Clean-Code befasst. Vor ca. einem Jahr habe ich das Buch Clean Code von Uncle Bob gelesen. Wir haben schon letztes Jahr im Architektur-Team darüber diskutiert. Ich finde Clean-Code klasse. Die Prinzipien und Praktiken passen zu meinen Vorstellungen von Software-Entwicklung.

Fritz:Du hast das Manifesto for Software Craftmanship unterzeichnet.

Roland:Ja, das Manifesto ist prima, aber den Anstoß zum Unterzeichnen hast du gegeben. Ansonsten finde ich es gut, dass das Manifesto an die Ehre der Software-Entwickler appelliert.

Fritz:Hat sich seit der Clean-Code-Initiative an deiner Arbeitsweise etwas verändert?

Roland:Ja, ich habe zwar schon vorher auf Clean-Code-Praktiken und gute Architektur geachtet, aber was dazu gekommen ist, ist das Reflektieren und das Konzentrieren auf einen Satz von Prinzipien und Praktiken bei jedem Grad. Durch das Reflektieren lerne ich dazu und lege vor mir selbst Rechenschaft darüber ab, wie sauber ich entwickelt habe. Die Konzentration auf einen beschränkten Satz von Prinzipien und Praktiken macht das Umsetzen von Clean-Code bei der Entwicklung leichter. Man kann nicht alles auf einmal machen.

Fritz:Hat dir die Anwendung von Clean-Code-Praktiken Vorteile bei deiner Arbeit gebracht?

Roland:Ja, auf jeden Fall. Mein Handwerkszeug hat sich erweitert und das Entwickeln macht noch mehr Spaß.

Fritz:Siehst du auch einen Impact bei Deinen Kollegen?

Roland:Denen geht es ähnlich wie mir. Außerdem sprechen wir jetzt die gleiche Sprache. Die Begrifflichkeit der Clean-Code-Prinzipien und -Praktiken ist jetzt allgemein bekannt. Das macht es einfacher, als Software-Architekt mit den Kollegen zu diskutieren und Überzeugungsarbeit für gute Software-Architektur zu leisten. Clean-Code ist ein Thema.

Fritz:Wie sieht es mit den Kunden aus, haben die schon etwas von Clean-Code gemerkt?

Roland:Einige Kunden haben uns auf die Clean-Code-Initiative angesprochen. Sie finden das gut, auch wenn sie natürlich nicht unbedingt in den Software-Code schauen können.

Fritz:Wie findest du die Workshops?

Roland:Die sind super. Klasse ist, dass wir dort diskutieren können. Die Übungen sind wichtig, um das Umsetzen der Prinzipien und Praktiken zu erlernen. Wir haben eine gute Mischung von Theorie und Praxis erreicht.

Fritz:Und das Beste ist, dass Ihr die Workshops selbst haltet. Ich finde es total gut, dass wir für jeden Clean-Code-Grad einen Entwickler finden konnten, der den zugehörigen Workshop vorbereitet und durchführt. Wie geht es weiter nach Abschluss aller Workshops?

Roland:Wir werden auf alle Fälle dran bleiben. Die Clean-Code-Grade werden weiter durchiteriert. In der Architektur-Runde werden wir immer wieder exemplarisch ein paar Themen rauspicken. Wir wollen auch in die konsequent testgetriebene Entwicklung kommen. Unsere Unittest-Abdeckung ist zwar gut, aber wir schreiben die Tests in der Regel noch nicht zuerst. Denkbar sind auch Clean-Code-Workshops, die wir bei Kunden anbieten könnten.

Fritz:Vielen Dank, Roland für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

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